„Müssen technologieoffen bleiben“: Straubinger lehnt EU-Vorgaben zum Verbrennungsmotor ab

Zum Widerstand der Unionsabgeordneten im EU-Parlament gegen mögliche EU-Vorgaben zum Verbrennungsmotor erklärt der CSU-Bundestagsabgeordnete Max Straubinger: 

Wenn die EU-Kommission nächste Woche ihr Klimaschutzpaket vorstellt, sollten darin auf keinen Fall Vorgaben zu einem Ende des Verbrennungsmotors enthalten sein. Ich begrüße es ausdrücklich, dass das auch die Unionsabgeordneten im EU-Parlament in einem Beschluss klar gemacht haben.

Es ist klar, dass wir weiter große Anstrengungen unternehmen müssen, um den Klimawandel zu bekämpfen und dass dabei selbstverständlich auch die Verkehrspolitik eine große Rolle spielt. Die Union setzt dabei auf Anreize und die Förderung innovativer Zukunftstechnologien, zu denen neben der Elektromobilität auch der Wasserstoffantrieb gehört. Politische Vorgaben an die Automobilindustrie zum Antrieb ihrer produzierten Fahrzeuge sind unsinnig und wirtschaftsfeindlich.

Solange die modernen Antriebe noch nicht ausgereift genug sind, dass sie den Bedürfnissen einer breiten Bevölkerungsschicht genügen, müssen wir in der Verkehrspolitik weiter technologieoffen bleiben und auch Diesel und Benziner zulassen. Ebenso müssen wir berücksichtigen, dass ein großer Teil der in Deutschland und in der EU produzierten Fahrzeuge global exportiert wird. Und an dieser Stelle muss man ganz klar sagen, dass die Bereitschaft, sich ein Elektroauto anzuschaffen, in vielen Regionen bei weitem nicht so hoch ist wie in Europa. Wir dürfen nicht den Fehler machen und annehmen, dass die ganze Welt plötzlich auf E-Autos umsteigen wird.

Die Entscheidung, welchen Antriebstyp sie in ihre Fahrzeuge einbauen, sollte den Autoherstellern überlassen bleiben. Sie kennen den Markt am besten und können die Entwicklung am besten einschätzen. Einige Hersteller wie VW haben sich ohnehin schon selbst Fristen gesetzt, ab wann sie keine Verbrenner mehr produzieren wollen.

Das ist legitim, dennoch finde ich den Ansatz von BMW besser, erst einmal technologieoffen zu bleiben. Denn gerade im ländlichen Raum werden wir auch über die nächsten zehn Jahre hinaus noch auf Benzin- und Dieselfahrzeuge angewiesen sein, solange die anderen Technologien noch nicht ausgereift sind. Insofern verstehe ich die Entscheidung von BMW auch als klares Bekenntnis zu unserer Region.