CSU-Heimatabgeordneter will lieber Ehrenamt stärken

Der CSU-Bundestagsabgeordnete Max Straubinger lehnt den Vorschlag von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nach einem Pflichtdienst für junge Menschen ab. „Mit der Aussetzung der Wehrpflicht gibt es keine Grundlage für einen Zivildienst mehr, Diskussionen über einen Pflichtdienst sind nicht zielführend“, so Straubinger in einer Pressemitteilung.

Straubinger befürworte Steinmeiers Ziel, Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Ein Pflichtdienst sei aber gerade in der aktuellen Zeit die völlig falsche Maßnahme. „Die Menschen in Deutschland hatten die vergangenen Jahre wegen der Corona-Pandemie ein Übermaß an Pflichten und Verantwortung, das gilt insbesondere auch für junge Menschen. Ich finde es nicht richtig, ihnen ausgerechnet jetzt die wiedergewonnene Freiheit wieder einzuschränken.“

Davon abgesehen sei es fragwürdig, in Zeiten des Fachkräftemangels einen ganzen Jahrgang aus der betrieblichen Ausbildung zu nehmen. „Viele Jugendlichen haben bereits zur Schulzeit konkrete berufliche Vorstellungen und sind sehr zielstrebig. Ein Pflichtdienst könnte ihre Zukunftspläne völlig über den Haufen werfen.“

Der Abgeordnete verweist außerdem darauf, dass jedes Jahr in Deutschland zehntausende junge Erwachsene ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) ableisten. „Und das ist nur ein Bruchteil der jungen Menschen, die sich ehrenamtlich in Vereinen, Verbänden, der Feuerwehr oder kirchlichen Organisationen einbringen.“ Ein Pflichtdienst würde freiwilligen Einsatz entwerten, befürchtet Straubinger. „Wir sollten stattdessen lieber darüber diskutieren, wie wir die gerade für unsere Heimat so wichtige ehrenamtliche Arbeit weiter stärken können.“