Straubinger (CSU) kritisiert Pläne zur Putenhaltung

Der CSU-Bundestagsabgeordnete Max Straubinger unterstützt den Protest des Deutschen Bauernverbandes und des Zentralverbandes Geflügelwirtschaft gegen die Pläne von Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) zur Haltung von Mastputen. „Minister Özdemir zerstört die deutsche Putenhaltung. Unter den vom Ministerium geforderten Bedingungen wären unsere Mast- und Schlachtbetriebe nicht mehr wettbewerbsfähig. Stattdessen würde unser Markt dann mit Putenfleisch aus dem Ausland geflutet, das unter deutlich schlechteren Tierwohlbedingungen produziert wurde. Die Pläne helfen weder den Bauern, noch den Tieren“, warnt Agrarpolitiker Straubinger in einer Pressemitteilung.

Nach den Eckpunkten des Landwirtschaftsministeriums soll die maximal erlaubte Besatzdichte in der Putenhaltung auf 40 Kilogramm Lebendgewicht pro Quadratmeter begrenzt werden. „Damit hätte Deutschland EU-weit mit die schärfsten Vorgaben“, sagt Straubinger. Dabei hat sich die deutsche Putenwirtschaft schon vor zehn Jahren auf eine bundesweite Obergrenze von 58 Kilogramm je Quadratmeter für Putenhähne und 52 Kilogramm für Putenhennen geeinigt, die auch von den Veterinärämtern kontrolliert wird. Die Initiative Tierwohl hat diese Bedingungen dann noch weiter verbessert auf 53 beziehungsweise 48 Kilogramm.

In Deutschland stammen aktuell 80 Prozent des konsumierten Putenfleisches aus heimischer Produktion, 20 Prozent aus dem Ausland. Die vom Ministerium geplante Verschärfung würde dieses Verhältnis komplett kippen, warnt Straubinger und verweist auf Österreich, wo bereits eine Besatzdichte von 40 Kilogramm pro Quadratmeter gilt. „Diese fehlgeleitete Tierwohlpolitik hat dazu geführt, dass in Österreich nur noch sieben Prozent des im Großhandel vermarkteten Putenfleisches aus österreichischer Erzeugung stammt, der Rest sind EU- und Drittlandimporte.“

Um das Tierwohl tatsächlich nachhaltig zu stärken, seien europaweite Regelungen nötig, sagt Straubinger. „Die Kommission zur Novelle des europäischen Tierschutzrechtes will Ende 2025 eine wissenschaftliche Stellungnahme zur Putenhaltung vorstellen. Diese sollten wir abwarten, statt mit nationalen Alleingängen vorzupreschen und unsere heimischen Landwirte zu verunsichern!“