"Am besten heimische Produkte kaufen"

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Bundestagsabgeordneter Max Straubinger (CSU) diskutierte in Fernsehsendung über Lebensmittel 

Der Bundestagsabgeordnete Max Straubinger (CSU) hat am Mittwochabend in der Fernsehsendung „Münchner Runde“ des Bayerischen Rundfunks über Lebensmittel diskutiert. Es ging um das Verhältnis zwischen den Bauern, dem Handel und der Gesellschaft und die Frage: Was sind uns gute Lebensmittel wert?

In der Landwirtschaft habe sich in den vergangenen Jahrzehnten viel getan, so Straubinger. „Wir haben in der Produktion weite Fortschritte gemacht.“ Er wehrte sich deutlich gegen den Vorwurf der stellvertretenden ÖDP-Landesvorsitzenden Agnes Becker, die Politik tue zu wenig für die Landwirtschaft. „Das stimmt nicht. Wir haben die Landwirte ständig bei den neuen Anforderungen unterstützt und tun das weiterhin“, sagte Straubinger.

Er verwies dazu beispielhaft auf die Investitionsprogramme des Bundes zum Stallumbau. „Mittlerweile sind 83 Prozent der Kühe in Laufställen.“ Auch bei der Sauenhaltung habe die Große Koalition wichtige gesetzliche Grundlagen geschaffen, die Kastenhaltung wird stufenweise abgeschafft. Seit diesem Jahr können Landwirte außerdem Förderungen aus der sogenannten „Bauernmilliarde“ beantragen, einem auf vier Jahre ausgelegten und 816 Millionen Euro umfassenden Programm, mit dem besonders umwelt- und klimaschutzfreundliche Bewirtschaftungstechniken bezuschusst werden.

Straubinger betonte aber auch, dass man die Landwirte nicht mit immer neuen Auflagen überziehen dürfe. Ein neuer Stall sei auf 20 Jahre ausgelegt. Der Landwirt müsse sich darauf verlassen können, dass die Haltung in diesem Stall auch in diesem Zeitraum erlaubt ist und er nicht nach fünf Jahren wieder einen neuen bauen muss. Die immer neuen Anforderungen linksgrüner Parteien an die Landwirtschaft würden letztendlich nur dazu führen, dass immer mehr landwirtschaftliche Produktion ins Ausland verlagert wird.

Denn hauptverantwortlich für die Ernährung der Bevölkerung sei die konventionelle Landwirtschaft. „Der Bio-Anteil macht nur sechs Prozent aus“, sagte Straubinger. In Bayern werde aber mittlerweile auf zwölf Prozent der landwirtschaftlichen Fläche Bio-Landwirtschaft betrieben. „Würden wir nur noch ausschließlich Bio-Landwirtschaft betreiben, hätten wir keine Lebensmittelsicherheit mehr für die Menschen.“

Auch beim Thema Gemeinsame Europäische Agrarpolitik  widersprach Straubinger Agnes Becker, die eine Umschichtung der Flächenprämie forderte und einen Teil des Geldes an besondere Bedingungen im Umwelt- und Klimaschutz knüpfen will, die Landwirte erfüllen sollen. „Sie wollen den Bauern das Geld wegnehmen“, kritisierte Straubinger. Deutsche Bauern haben bereits jetzt deutlich höhere Auflagen als Bauern in anderen EU-Ländern, genau aus diesem Grund bekommen sie die Flächenprämie. „Die deutschen Landwirte bekommen dieses Geld, weil sie gegenüber Landwirten aus anderen EU-Ländern höhere Auflagen erfüllen müssen. Die Flächenprämie ist der Ausgleich dafür.“

Straubinger äußerte sich auch zum Phänomen des Höfesterbens. Die Anzahl der Höfe sei nicht die entscheidende Frage. „Die entscheidende Frage ist: Wird unser aller Land nachhaltig bewirtschaftet und werden ausreichend hochwertige Lebensmittel erzeugt? Ich bin überzeugt, dass das weiterhin der Fall ist.“ Es gebe seit Jahrzehnten einen großen Strukturwandel in der Landwirtschaft, so Straubinger. „1960 hat ein Bauer für 13 Personen ernährt. Heute ernährt ein Bauer 160 Personen.“ Der Hauptgrund dafür sei der enorme technische Fortschritt. Die Anzahl der Höfe sei kein guter Maßstab, um die Lage der Landwirtschaft zu beurteilen.

In der Sendung ging es auch um den aktuellen Konflikt zwischen Bauern und dem Handel. Straubinger nahm den Handel in die Verantwortung. „Es geht nicht, dass der Handel inländisch produzierte Güter plötzlich austauscht durch Ware aus der Europäischen Union, die nach geringeren Standards produziert wurde.“ Außerdem kritisierte Straubinger die willkürliche Auslistung landwirtschaftlicher Produkte aus Supermarktsortimenten und die Preisdrückerei bestimmter Großkonzerne. „Die Leidtragenden sind am Ende die Produzenten, also die Bäuerinnen und Bauern.“

Die Einführung eines EU-weiten Lebensmittelkennzeichens im Einzelhandel könne wegen des gemeinsamen europäischen Binnenmarktes nur auf europäischer Ebene gelöst werden. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion setze sich massiv für verbraucherfreundliche Verbesserungen ein, so Straubinger. „Wir kämpfen für eine EU-weite Kennzeichnung von Lebensmitteln, die Herstellung und Haltungsbedingungen darstellt.“

Abschließend gab Straubinger den Zuschauern eine Kaufempfehlung für Lebensmittel. „Am besten regionale, einheimische Produkte kaufen und auf die Qualität achten. Das ist für den Verbraucher das Beste und Sicherste.“ Er betonte, dass die deutschen Landwirte unabhängig von der Art ihrer Bewirtschaftung großartige Lebensmittel produzieren. „Wir haben sowohl in der konventionellen als auch in der Bio-Landwirtschaft eine hohe Qualität. Darauf dürfen die Landwirte stolz sein.“

Hier der Link zur Sendung: 

Münchner Runde