Heutige Abstimmung zur Organspende:

Auch künftig gilt die Zustimmungslösung

Im Deutschen Bundestag wurde heute darüber abgestimmt, ob Menschen in Zukunft automatisch zu Organspendern werden, wenn sie zu Lebzeiten nicht widersprochen haben oder aber, wie bisher geregelt, einer Organentnahme ausdrücklich zustimmen müssen.
Nach einer sachlich sehr fundierten und dennoch emotionalen Debatte wurde dem fraktionsübergreifenden Gesetzesentwurf zur Zustimmungslösung um die Unionsabgeordneten Stephan Pilsinger und Karin Maag, den neben weiteren Abgeordneten auch ich unterstützte, mit 432 Stimmen bei 200 Gegenstimmen und 37 Enthaltungen zugestimmt.
Damit hat die Mehrheit im Parlament die Widerspruchslösung abgelehnt und entschieden, dass auch zukünftig nur mit ausdrücklicher Zustimmung Organe entnommen werden dürfen. Zusätzlich zur bereits bekannten Broschüre und dem Organspendeausweis werden mehr Möglichkeiten geschaffen, sich zu informieren und seine Entscheidung festzuhalten. Die Entscheidung soll zum Beispiel in ein Online-Register eingetragen werden können und Hausärzte werden künftig mehr Beratung zur Organspende anbieten.
Die Entscheidung fiel somit klar gegen ein starkes Eingreifen des Staates in diese sehr persönliche Entscheidung und es wurde die Freiwilligkeit und Selbstbestimmtheit der Spende betont.
Den zweifelsohne notwendigen Kampf für mehr Organspender wollen wir auch ohne eine Bevormundung der Bevölkerung oder eine Vorwegnahme der Entscheidung führen.
In der heutigen Debatte wiesen wieder viele meiner Kollegen darauf hin, dass Erfolge in Bezug auf die Organspendezahlen maßgeblich durch Strukturveränderungen erzielt werden. Bereits im letzten Jahr wurden mit der Änderung des Transplantationsgesetzes derartige Änderungen beschlossen, die durch die bessere Organisation in den Entnahmekliniken und diesbezüglich gut ausgebildetes Fachpersonal einen Anstieg der Zahlen erwarten lassen.
Heute wurde ein Gesetz verabschiedet, durch das sich mit verstärkter Aufklärung und Information die bereits hohe grundsätzliche Spendenbereitschaft in der Bevölkerung in Zukunft auch in der Anzahl der eingetragenen Spender widerspiegeln soll.
Die Solidarität in der Gesellschaft darf dabei nicht auf einem Zwang zur Organabgabe, sondern nur auf der Freiwilligkeit der Spende basieren. Ich bin mir sicher, dass wir nur so Vertrauen und Akzeptanz für die Organspende schaffen und langfristig das gemeinsame Ziel erreichen können, dass mehr Menschen ein oft so dringend benötigtes Spenderorgan erhalten.