„Kollaps des Gesundheitssystems droht“: CSU-Abgeordneter Straubinger fordert allgemeine Impfpflicht

Der CSU-Bundestagsabgeordnete Max Straubinger (67) fordert angesichts der sich rasant verschärfenden Pandemielage in Deutschland eine allgemeine Impfpflicht gegen das Coronavirus. „Die Infektionszahlen explodieren, die meisten Intensivstationen sind längst überlastet. Wir müssen noch deutlich entschiedener als bislang vorgehen, sonst droht ein Kollaps des Gesundheitssystems“, begründet Straubinger. Er habe sich deshalb am Dienstag im Bundestag sowohl in der Landesgruppensitzung der CSU-Abgeordneten als auch in der Sitzung der Unionsfraktion für die allgemeine Impfpflicht ausgesprochen.

Er sei lange gegen eine Impfpflicht gewesen und habe auf das Prinzip Freiwilligkeit gesetzt, erklärt Straubinger. Doch die Impfquote sei immer noch zu niedrig – für Straubinger die Hauptursache dafür, dass sich Deutschland nun in einer heftigen vierten Welle befindet. Straubinger fordert deshalb rasches und entschlossenes Handeln von Bund und Ländern. „Ohne eine allgemeine Impfpflicht kommen wir aus diesem Teufelskreis nicht mehr heraus“, so der Abgeordnete.

Straubinger stützt seine Forderung auch auf die besonders dramatische Lage in seinem Wahlkreis und in seiner Heimatregion: Der Landkreis Rottal-Inn erreichte am Dienstag eine Inzidenz von 1104 – der bundesweit höchste Wert seit Beginn der Pandemie. Auch die umliegenden Landkreise verzeichnen Höchststände bei den Inzidenzen. Die Folgen sind bereits jetzt zu spüren.  „Bei uns in der Region sind fast keine Intensivbetten mehr frei“, zeigt sich Straubinger alarmiert.

Er verweist auch auf eine Mitteilung der Regierung von Niederbayern, wonach zwei Patienten mit Gehirnblutung wegen Überlastung nicht im nächstgelegenen Krankenhaus behandelt werden konnten. „Derartige Zustände dürfen wir auf keinen Fall hinnehmen“, sagt Straubinger. Er sieht den Staat in dringender Handlungspflicht. „Wir müssen das Leben und die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger schützen. Das werden wir ohne Impfpflicht nicht schaffen.“